Argentinien


Argentinien
Argentinische Konföderation (veraltet); Argentinische Republik

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Ar|gen|ti|ni|en; -s:
Staat in Südamerika.

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Argentini|en,
 
 
 
Fläche: 2,78 Mio. km2
 
Einwohner: (2001) 36,0 Mio.
 
Hauptstadt: Buenos Aires
 
Amtssprache: Spanisch
 
Nationalfeiertage: 25. 5., 10. 6., 9. 7.
 
Währung: 1 Argentinischer Peso (argentinischer $) = 100 Centavos (c)
 
Zeitzone: 800 Buenos Aires = 1200 MEZ
 
amtlich spanisch República Argentina [-arxen-], zweitgrößter Staat Südamerikas, grenzt im Norden an Bolivien und Paraguay, im Osten an Brasilien und Uruguay, südlich des Río de la Plata an den Atlantischen Ozean, im Westen in den Anden an Chile, 2,78 Mio. km2 (der von Argentinien beanspruchte Sektor der Antarktis einschließlich der Falklandinseln, Südgeorgiens, der Süd-Shetland-, Süd-Sandwich- und Süd-Orkney-Inseln umfasst 981 182 km2), (2001) 36,0 Mio. Einwohner, Hauptstadt ist Buenos Aires (auf Parlamentsbeschluss [1987] soll das weiter südlich gelegene Viedma/Carmen de Patagones Hauptstadt werden, das Projekt wird aber nicht weiter verfolgt), Amtssprache Spanisch. Währungseinheit ist seit 1992 der Argentinische Peso (arg. $) = 100 Centavos (c) (= 10 000 Austral [A]; alte Währung). Uhrzeit: 800 Buenos Aires = 1200 MEZ.
 
 Staat und Recht:
 
 
Nach der Verfassung vom 24. 8. 1994, die in vielem jener der USA gleicht, ist Argentinien eine föderalistische, republikanische Präsidialdemokratie. Staatsoberhaupt, oberster Inhaber der Exekutive und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der auf vier Jahre direkt gewählte Präsident (unmittelbare einmalige Wiederwahl möglich). Erzielt im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten 45 % beziehungsweise 40 % der Stimmen bei einem Abstand von mindestens 10 % zu seinem stärksten Rivalen, ist eine Stichwahl erforderlich. Mit der neuen Verfassung wurde die bisherige Bestimmung, dass Präsident und Vizepräsident Katholiken sein müssen, aufgehoben und das Amt eines Kabinettschefs geschaffen. Der Kabinettschef wird vom Präsidenten ernannt und kann nur durch Misstrauensvotum mit absoluter Mehrheit beider Kammern des Parlaments abgesetzt werden. Er koordiniert die Arbeit der Regierung, sein Handlungsspielraum ist jedoch durch die Bindung an Weisungen des Präsidenten eingeengt. Die gesetzgebende Gewalt wird durch den Nationalkongress ausgeübt, der aus der Deputiertenkammer (Cámara de Diputados; 257 Abgeordnete, auf vier Jahre gewählt) und dem Senat (Senado; 72 Senatoren, bisher auf neun Jahre von den Provinzparlamenten, ab 2001 auf sechs Jahre direkt vom Volk gewählt) besteht. Beide Kammern sowie die Exekutive haben das Recht, Gesetzentwürfe einzubringen; jedes Gesetz bedarf der Zustimmung beider Kammern. Der Präsident hat im Gesetzgebungsverfahren ein aufschiebendes Veto, das durch eine Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern überstimmt werden kann.
 
Die neue Verfassung fixiert die Möglichkeit von Referenden und schließt Personen, die mit einer illegitimen Regierung (z. B. einer Militärdiktatur) zusammenarbeiten, lebenslang von jedem Staatsamt aus. Darüber hinaus wurden ein Oberster Rechnungshof und ein Richterrat zur Auswahl der höchsten Richter geschaffen.
 
Parteien:
 
Neben den beiden großen Parteien, dem 1946 gegründeten Partido Justicialista (PJ; Peronisten) und der traditionsreichen, 1890 gegründeten Unión Cívica Radical (UCR; Radikale Bürgerunion), existiert ein breites Spektrum weiterer Parteien und Gruppierungen, z. B. Movimiento por la Dignidad y la Independencia (Modin; Bewegung für Würde und Unabhängigkeit), Unión del Centro Democrático (UCeDE) und Frente País Solidario (Frepaso).
 
 
Größter Gewerkschaftsverband ist die peronistische Confederación General del Trabajo (CGT).
 
 
Das Wappen (1813) zeigt vor himmelblau-weißem Hintergrund (Nationalfarben seit 1812) die phrygnische Mütze, Zeichen der gewonnenen Freiheit; sie wird von zwei »treuen Händen« gehalten, die den brüderlichen Bund der zusammengeschlossenen Provinzen symbolisieren.
 
Nationalfeiertage:
 
Nationalfeiertage sind der 25. 5. (Tag der Mairevolution 1810), der 10. 6. (Tag der Malvinen) und der 9. 7. (Unabhängigkeitstag).
 
 
Argentinien besteht aus 23 Provinzenund dem Bundesdistrikt von Buenos Aires. Die Gouverneure der Provinz werden von den jeweiligen Provinzparlamenten gewählt. Seit 1994 wird den Provinzen größere Autonomie zugestanden.
 
 
Die Rechtsprechung erfolgt durch Bundes- und Provinzialgerichte. Nach der neuen Verfassung werden die Richter des Obersten Gerichtshofs vom Präsidenten berufen; ihre Ernennung muss vom Senat mit Zweidrittelmehrheit bestätigt werden.
 
 
Die Gesamtstärke der Freiwilligenarmee (Abschaffung der Wehrpflicht 1994) beträgt 68 500 Mann. Das Heer (35 000 Soldaten) gliedert sich in drei Armeekorps mit neun Brigaden unterschiedlicher Art. Hinzu kommen weitere Truppenteile v. a. der Kampfunterstützungstruppen. Die Luftwaffe hat 13 000, die Marine 20 000 Mann. - Die Ausrüstung umfasst u. a. 256 »Tanque Argentino Mediano« (TAM) mit 105-mm-Kanone auf dem Fahrgestell des deutschen Schützenpanzers Marder, 96 alte amerikanische »Sherman«-Panzer, die schrittweise durch 120 TAM ersetzt werden sollen, 280 Jagdpanzer (120 französische AMX-13 und 160 österreichische »Kürassier«), 136 Kampfflugzeuge, 1 Flugzeugträger, 6 Zerstörer, 9 Fregatten, 4 U-Boote und 6 Kleine Kampfschiffe. Das Land verwendet etwa 6 % der Staatsausgaben für die Verteidigung.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
Argentinien erstreckt sich von 22º südlicher Breite nach Süden über rd. 3 700 km bis Südfeuerland (55º südlicher Breite) und vom Kamm der Anden bis zur Küste des Atlantiks (größte Breite 1 577 km). Geschichtliches und wirtschaftlichen Kerngebiet ist das fruchtbare Tiefland der Pampa am unteren Paraná und am Río de la Plata, eine weitgespannte, geologisch junge Aufschüttungsebene mit weiten Grasfluren, die nach Norden allmählich in die subtropischen Trockenwald- und Buschsavannen des Gran Chaco und nach Westen in die Monte-Region, einen xerophytischen Buschwald mit eingestreuten Grasflächen, übergeht. In das Tiefland zwischen den sumpfigen Stromauen von Paraná und Uruguay (»Zwischenstromland«) reichen im Nordosten (Bergland von Misiones) bewaldete Ausläufer des Brasilianischen Berglands. Südlich des Río Colorado schließt sich an die Pampa das bis auf 1 500 m über dem Meeresspiegel ansteigende, von karger Steppe bedeckte Tafel- und Schichtstufenland Patagoniens an, das mit buchtenreicher, felsiger Steilküste zum Meer abfällt. Im Westen reicht Argentinien bis auf die Höhe der Anden (Aconcagua 6 959 m über dem Meeresspiegel); mehr als 50 Vulkane erheben sich hier allein auf argentinischem Gebiet. In der Südkordillere bilden die Vulkane Lanín (3 376 m über dem Meeresspiegel) und Tronador (3 554 m über dem Meeresspiegel) die höchsten Erhebungen; hier hat Argentinien auch Anteil am patagon. Kontinentaleis (südlich 46º südliche Breite). Den Anden vorgelagert sind als einzelne isolierte Bergzüge die Pampinen Sierren. Zwischen den Ketten der Anden erstrecken sich im Norden wüstenhafte Hochgebirgsbecken (Puna). - Das Gebirge ist reich an Bodenschätzen wie Blei, Zink, Silber, Gold, Kupfer, Zinn, Eisen, Kobalt und Uran, von denen jedoch erst ein Teil genutzt wird. Am Andenrand (v. a. bei Neuquén und Mendoza) und in Patagonien wird Erdöl und Erdgas, bei El Turbio (Provinz Santa Cruz) Steinkohle gefördert.
 
Wichtigstes Flusssystem ist das des Paraná (mit Río de la Plata als gemeinsamem Mündungstrichter mit dem Uruguay in den Atlantik). Die aus den Anden kommenden Flüsse sind wegen ihrer sehr schwankenden Wasserführung wenig schiffbar; einige enden in Salzseen des trockenen Binnenlandes; die meisten dienen am Fuß der Anden der Bewässerung und der Energieerzeugung.
 
 
Das Klima ist im größten Teil des Landes gemäßigt, die Niederschläge nehmen von Osten nach Westen ab (Jahresmittel in Buenos Aires 981 mm, in Mendoza 197 mm). Etwa zwei Drittel des Staatsgebiets liegen in einer breiten Trockenzone im Regenschatten der Anden. Nur im Nordosten und äußersten Süden sind die Niederschläge über das ganze Jahr verteilt. Starke Regenfälle und Temperaturstürze bis zu 20 ºC gibt es, wenn der »Pampero«, ein kalter Südwind, auf feuchtwarme Luftmassen im Norden trifft.
 
 
Aufgrund der starken Einwanderung seit etwa 1850 (bis 1970 rd. 8 Mio., abzüglich Rückwanderung rd. 5 Mio.) ist die Bevölkerung von nur 550 000 Einwohner (1800) auf 4 Mio. (1895) und 20 Mio. (1960) angewachsen. Sie ist überwiegend europäischer Abstammung (rd. 33 % Spanier, 25 % Italiener sowie 230 000 Deutschstämmige). Seit 1960 verstärkte, zum Teil illegale Einwanderung aus den Nachbarländern Chile, Bolivien und Paraguay. Etwa 40 000 Indianer (v. a. Toba, Araukaner und Feuerlandindianer) leben noch als kleine Restgruppen im Gran Chaco und in Patagonien/Feuerland, Indianermischlinge (Mestizen, rd. 5 % der Bevölkerung) nahe den Grenzen zu Bolivien, Chile und Paraguay. Die wenigen Schwarzen und Asiaten leben meist in den Großstädten.
 
Die Bevölkerung nimmt mit einer durchschnittlichen Zuwachsrate von jährlich 1,1 % zu (Durchschnitt Lateinamerika: 1,7 %). Die Lebenserwartung ist mit 73 Jahren etwas höher als im lateinamerikanischen Mittel (71 Jahre), die durchschnittliche Kinderzahl mit 2,6 geringer (2,8). 28 % der Bevölkerung entfallen auf die Altersgruppe 0-14 Jahre (Lateinamerika: 32 %), 10 % sind älter als 64 Jahre (Lateinamerika: 5 %). Die Zahl der Einwanderer geht seit Jahren zurück; die Auswanderung insbesondere qualifizierter Personen nimmt zu. Die seit 1998 andauernde schwere Wirtschaftskrise führte in Argentinien zur größten Rückwanderungswelle seiner Geschichte. Desweiteren sind Landflucht und Binnenwanderung, besonders zu den Erntezeiten (Saisonarbeiter), beträchtlich. Die regionalen Unterschiede in der Bevölkerungsdichte (Durchschnitt 13 Einwohner je km2) sind groß. Kennzeichnend ist das Anwachsen der städtischen Bevölkerung (Gemeinden mit mehr als 2 000 Einwohner) auf 90 %, besonders aber das starke Übergewicht der Agglomeration Buenos Aires, wo (2001) auf 0,1 % der Staatsfläche rd. 35 % der Gesamtbevölkerung lebten. Dagegen beträgt die Bevölkerungsdichte im Süden des Landes (Patagonien) weniger als 2 Einwohner je km2.
 
Die Sozialstruktur weist starke Spannungen auf. Im ländlichen Raum steht einer kleinen, reichen und mächtigen Gruppe von Großgrundbesitzern (»Estancieros«), die gleichzeitig die Oberschicht der argentinischen Bevölkerung bildet, die Masse armer Kleinbauern und Landarbeiter (»Peones«) gegenüber. In den großen Städten tritt zur traditionellen Oberschicht eine »neue« Oberschicht (vielfach Nachkommen von Einwanderern), deren Angehörige wichtige Positionen in Industrie und im Dienstleistungsbereich (einschließlich hohe Staatsbeamte) innehaben. Hier ist auch die (untere) Mittelschicht (Einzelhändler, Handwerker, Büroangestellte; rd. 30 % der argentinischen Bevölkerung) überproportional vertreten. V. a. im Zuge der importsubstituierenden Industrialisierung nahm der Industriearbeiterstand stark zu und gewann an politischen Einfluss.
 
 
Etwa 95 % der Bevölkerung sind Christen: rd. 89 % gehören der katholischen Kirche, rd. 1,5 % verschiedenen (über 150) protestantischen Kirchen und Gemeinschaften an. Die anglikanische Kirche hat rd. 70 Gemeinden. Daneben bestehen zahlreiche charismatische Gruppen und Pfingstgemeinden, deren Mitgliederzahlen v. a. in jüngster Zeit stark im Wachsen begriffen sind. Die jüdische Gemeinschaft hat rd. 250 000 Mitglieder (v. a. in und um Buenos Aires). Die Anzahl der Muslime beträgt rd. 57 000.
 
Die Verfassung garantiert die Religionsfreiheit. Traditionell hat jedoch die katholische Kirche, der die Bevölkerungsmehrheit angehört, eine besondere Stellung. 30 protestantische Kirchen arbeiten im »Bund Evangelischer Kirchen in Argentinien« (Federación Argentina de Iglesias Evangélicas) zusammen. Die charismatischen und Pfingstgemeinden haben sich in der »Billy-Graham-Vereinigung« eine Arbeitsgemeinschaft geschaffen.
 
 
Argentinien besitzt eines der am besten ausgebauten Bildungssysteme Südamerikas. Die Analphabetenrate beträgt 3,5 %. Allgemeine Schulpflicht besteht zwischen dem 6. und 14. Lebensjahr, jedoch erfasste sie in den letzten Jahren längst nicht alle Kinder; auf dem Land beenden nur rd. 52 % der Schüler die (siebenklassige) Grundschulausbildung. Der erfolgreiche Abschluss berechtigt zum Besuch einer fakultativen Sekundarstufe, die sechs Jahre währt. Der Schulbesuch, einschließlich der Universität, ist kostenlos. Die Bildungseinrichtungen werden von der Bundesregierung und den Provinzialregierungen getragen. Daneben existieren zahlreiche Privatschulen.
 
 
Presse: Die seit 1983 wieder weitgehend zensurfreie Tagespresse erreicht hohe Auflagen, besonders »Clarín« (gegründet 1945), »Crónica« (gegründet 1963), »La Razón« (gegründet 1905), »La Nación« (gegründet 1870), »La Prensa« (gegründet 1869). Außerdem haben alle Provinzen eigene Zeitungen. - Nachrichtenagenturen: Die staatliche »Telenoticias Americana« (TELAM, gegründet 1946) und die privaten Agenturen »Noticias Argentinas« (NA) und »Diarios y Noticias« (DYN) versorgen die Inlandmedien und stehen mit ausländischen Agenturen im Austausch. - Rundfunk: Das gemischte Rundfunksystem aus staatlichen, staatseigenen und privaten Unternehmen mit rd. 120 Hörfunk- und rd. 70 Fernsehbetrieben untersteht dem Secretaria de Communicaciones und dessen ausführender Behörde »Comite Federal de Radiodifusión (COMFER)«. Die staatlichen Hörfunkbetriebe bilden »Radio Nacional« mit einem nationalen und mehreren regionalen und lokalen Inlanddiensten und dem Auslandsdienst »Radiodifusión Argentina al Exterior (RAE)«. Interessenverband der privaten Hörfunkunternehmen ist die »Asociación de Radiodifusoras Privadas Argentina (ARPA)«. In der Hauptstadt senden vier Fernsehgesellschaften, darunter die staatseigene »Argentina Televisora Color (ATC 7)« und die private »LS 83«.
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
Argentinien unterscheidet sich von vielen Entwicklungsländern, da seine Ausstattung mit Produktionsfaktoren eher derjenigen eines Industrielandes entspricht (z. B. reichliche Verfügbarkeit v. a. landwirtschaftlicher Rohstoffe, bis in die 1960er-Jahre Einwanderung v. a. gut ausgebildeter Fachkräfte und Unternehmer, seit langem hoher Bildungsstand und soziales Sicherungssystem). Diese guten Voraussetzungen (1930 lag das Bruttosozialprodukt (BSP) je Einwohner Argentiniens über dem Japans und Italiens) konnten jedoch nur unzureichend in eine dauerhafte wirtschaftliche Entwicklung umgesetzt werden. So kann Argentinien heute zwar als modernes, aber nur teilweise entwickeltes Land bezeichnet werden. Mit einem BSP je Einwohner von (2000) 7 440 US-$ zählt Argentinien zu den Entwicklungsländern mit höherem Einkommen; verschiedentlich wird es auch zu den Schwellenländern gerechnet.
 
Bis in die 1930er-Jahre war Argentinien ein Agrarland; bei Fleisch und Weizen konnte ein bedeutender Weltmarktanteil erreicht werden; der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag bei rund 30 %. Die Weltwirtschaftskrise setzte dem auf Agrarexporte ausgerichteten Wirtschaftssystem ein Ende. Der Tauschwert der Exporte sank innerhalb kurzer Zeit um die Hälfte. Die dirigistische Wirtschaftspolitik der Peron-Ära hatte zum Ziel, eine eigene Industrie aufzubauen und so den Importbedarf deutlich zu senken. Gleichzeitig wurden viele ausländische Unternehmen verstaatlicht (z. B. Eisenbahn- und Telefongesellschaften). Im Rahmen dieser importsubstituierenden Industrialisierung entstand eine breite Palette von Industriebetrieben, angefangen von der Konsumgüterindustrie bis zu Eisen- und Stahlindustrie sowie Maschinenbau (z. B. Kfz-Industrie). Bereits 1940 übertraf der Industrie- den Agrarsektor im Beitrag zum BIP. Die Politik der Binnenmarktorientierung hat die Hoffnung auf ein selbsttragendes Wirtschaftswachstum nicht erfüllt. Mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, niedrige Innovationsdynamik und kleine Absatzmärkte vergrößerten den Abstand zu internationalen Produktivitäts- und Qualitätsstandards. Der Zwang, teure Investitionsgüter für die heimische Industrie zu importieren, führte zu wachsender Auslandsverschuldung. Gleichzeitig nahmen die Defizite deröffentlichen Haushalte immer mehr zu, weil z. B. nicht leistungsfähige Unternehmen verstaatlicht und viele Wirtschaftsbereiche hoch subventioniert wurden. Auch der Verwaltungsapparat wurde stark ausgebaut. Die Aufblähung der Geldmenge schürte die Inflation. Der wirtschaftliche NiedergangArgentiniens ist durch einen häufigen Regierungswechsel, verbunden mit massiven Änderungen des wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Kurses, und den andauernden Verteilungskonflikten zw. dengesellschaftlichen Gruppen noch verstärkt worden. Alle Sanierungs- und Umschuldungsprogramme hatten nur sehr begrenzte Erfolge. Zwischen1980 und 1990 sank das BIP um 0,7 %/Jahr, die Inflationsrate belief sich im Durchschnitt auf mehr als 400 % und erreichte 1989 fast 5000 %; die Auslandsverschuldung betrug (1990) fast 63 Mrd. US-$. Erst das Stabilisierungs- und Reformprogramm der Regierung unter M. C. S. Menem leitete eine Wende ein und führte zu einer radikalen Umgestaltung der argentinischen Ökonomie (Plan Cavallo). Kernelemente des Programms waren die feste Bindung der Währung im Verhältnis 1:1 an den US-$, Deregulierung und Liberalisierung der Wirtschaft sowie Privatisierung von Staatsbetrieben. Zunächst hatte diese Politik Erfolg: Das Wirtschaftswachstum stieg auf 5,8 % im Mittel der Jahre 1991-98, die Inflation verminderte sich bis Mitte der 1990er- Jahre auf unter 2 %, um anschließend in eine Deflation überzugehen. Allerdings wurde dies mit sinkendem Realeinkommen und steigender Arbeitslosigkeit erkauft. Rund 40 % der Bevölkerung leben am Rande der Armutsgrenze; die Arbeitslosigkeit erreichte Ende 2001 fast 20 %. Die seit 1998anhaltende Wirtschaftskrise (BIP-Wachstum 1999-2001 -2,6 %/Jahr) hat vielfältige Ursachen: Durch die Überbewertung der Währung als Folge der Dollarbindung verlor die argentinische Wirtschaft massiv an internationaler Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere im Vergleich zu Brasilien und innerhalb des Mercosur. Dies und die einseitige Handelsliberalisierung bedingten eine massive Deindustrialisierung. Die sinkenden Kapitalzuflüsse aus dem Ausland sind durch staatliche Neuverschuldung kompensiert worden, was den Schuldenstand Ende 2001 auf 146 Mrd. ansteigen ließ. Radikale Sparprogramme v. a. im Bildungs- und Sozialbereich und die geplante Reform der aufgeblähtenstaatlichen Verwaltung, durch die Massenentlassungen drohten, riefen eine breite Protest- und Streikbewegung hervor. Als schließlich der IWF, der Argentinien lange Zeit mit Krediten gestützt hatte, seine Zahlungen einstellte, der Staat den Schuldendienst auf Kredite aus dem Ausland aussetzte, die Kapitalflucht dramatische Ausmaße annahm und Korruptionsskandale öffentlich wurden, entwickelte sich die Wirtschaftskrise zur Staatskrise: Präsident De la Rúa trat zurück, der Übergangspräsident Duhalde beendete das bisherige Wirtschaftssystem, hob insbes. die Anbindung des argentinischen Peso an den Dollar auf und leitete damit die Entdollarisierung der argentinischen Ökonomie ein. Die schwierige Aufgabe der neuen Regierung besteht darin, die weitere Verarmung breiter Bevölkerungsschichten zu verhindern, gleichzeitig jedoch die öffentliche Sparpolitik fortzusetzen, um wieder kreditfähig zu werden.
 
 
Kerngebiet der Landwirtschaft sowohl für den Ackerbau als auch für die Viehzucht sind die fünf Provinzen des Pampagürtels. Die landwirtschaftliche Betriebsfläche ist überwiegend Eigentum von Großgrundbesitzern, die sie zum Großteil von Pächtern bewirtschaften lassen. Die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft (einschließlich Fischfang) schrumpfte 1965-2000 gemessen am Beitrag zum BIP von 18 % auf 5 % (Erwerbstätige rund10 %). Trotzdem erzielte Argentinien durch den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte in verarbeiteter und unverarbeiteter Form etwa die Hälfte (2000; 50,3 %) seiner Exporterlöse. Wegen günstiger Bedingungen für den Ackerbau (Lössböden, feuchtwarmes Klima) wurde die Ackerfläche (9 % der Gesamtfläche) auf Kosten der Dauerwiesen und -weiden (51 % der Gesamtfläche) ausgedehnt. Wichtigste Erzeugnisse sind Weizen, Mais, Sorghum sowie Ölsaaten (v. a. Sojabohnen, Sonnenblumenkerne). Mit einer Erntemenge von (1999) 14,5 Mio. t, von denen rd. 70 % ausgeführt wurden, war Argentinien viertgrößter Exporteur von Weizen. Bei Ölsaaten steht Argentinien hinsichtlich Produktion und Export weltweit an dritter Stelle. Weitere wichtige Agrarerzeugnisse mehr für den inländischen Verbrauch sind Baumwolle, Zuckerrohr, Gemüse und Obst (v. a. Weintrauben, Äpfel und Zitrusfrüchte). Unter den Weinbauländern stand Argentinien (1999) an fünfter Stelle. Neuerdings wird vermehrt Obst und Gemüse exportiert.
 
Die traditionell sehr bedeutsame Viehzucht, besonders die Rinderzucht auf den ausgedehnten Weiden der Pampa, wird weitgehend noch als extensive Weidewirtschaft betrieben. Aufgrund sich verschlechternder Absatzchancen auf dem Weltmarkt sank der Rinderbestand (2001: 48,9 Mio.). Der Rückgang der Schafzucht, v. a. in Ostpatagonien, im Süden der Provinz Buenos Aires und im Zwischenstromland, wird auf die Umstellung von Woll- auf Fleischproduktion und die Verdrängung aus dem Pampagebiet zurückgeführt (Schafbestand 2000: 13,6 Mio.). Trotz der tendenziell abnehmenden Bedeutung der Viehzucht war Argentinien (1998) mit 3,5 Mio. t elftgrößter Fleischproduzent der Welt. Bei Rindfleisch lag Argentinien mit 2,6 Mio. t an fünfter Stelle.
 
 
Im Gegensatz zu seinen Nachbarländern hat Argentinien wenig forstwirtschaftlichen Nutzwald; insgesamt sind 21 % der Gesamtfläche bewaldet (überwiegend Busch- und Trockenwald). Die Nutzung erfolgt v. a. durch Raubbau. Neuanpflanzungen im Deltagebiet des Paraná dienen zum Großteil der Zellstoffindustrie. Der Quebrachobaum liefert den Gerbstoff Tannin. Die stark rückläufige Produktion wird größtenteils exportiert.
 
 
In der Fischereiwirtschaft hat sich Argentinien nach der Ausdehnung der Hoheitsgewässer auf 200 Seemeilen reiche Fischfanggründe gesichert; die Fischfangflotte wurde seit den 70er-Jahren ausgebaut; die Anlandungen betrugen (2000) 842 000 t; vor a. aufgrund der begrenzten inländischen Absatzmöglichkeiten ist das Potenzial aber noch nicht ausgeschöpft.
 
 
Wichtigste Bodenschätze sind Erdöl und Erdgas. Die Produktion von Erdöl entsprach bis 1990 etwa dem heimischen Bedarf. Argentinien zählt zu den aussichtsreichsten Fördergebieten, obwohl die Fördermenge lange Zeit gering war und sich erst seit kurzem auf (1999) 41,8 Mio. t (weltweit 20. Rang) steigerte. Ursache hierfür ist die protektionistische Erdölpolitik durch das bis 1991 bestehende Monopol für die staatliche Erdölgesellschaft Yacimientos Petrolíferos Fiscales (YPF), die älteste staatliche Erdölgesellschaft der Erde, sowie durch das Exportverbot für Rohöl. Aufgrund der Deregulierung der Erdölwirtschaft (u. a. Teilprivatisierung der YPF, Erschließung neuer Vorkommen durch ausländische Unternehmen) wird heute vermehrt Erdöl exportiert (rd. 20 % der Produktion). 1999 wurden 31,0 Mrd. m3 Erdgas (weltweit 14. Rang) gefördert. Seit 1994 besteht eine Erdölpipeline zwischen dem größten Feld bei Neuquén und dem chilenischen Hafen Concepción. Obwohl große Vorkommen vermutet werden, ist der Abbau weiterer Bodenschätze (z. B. Steinkohle, Eisenerz, Mangan, Gold, Uran, Kupfer) gering. Von den 1993 reformierten Bergbaugesetzen (u. a. Begünstigung ausländischer Investitionen) erhofft man sich eine Belebung der Erschließung.
 
 
In der Energiewirtschaft haben sich 1970-2000 sowohl die installierte Leistung der Kraftwerke (2000: 23 930 MW) als auch die Elektrizitätserzeugung etwa verdreifacht. Elektrische Energie wurde 2000 v. a. von Wasserkraftwerken (35 %) und Wärmekraftwerken (57 %) erzeugt. 1994 wurde das Yaciretá-Kraftwerk am Paraná zwischen Argentinien und Paraguay fertig gestellt (Stausee von 1 600 km2). Die Kernenergie hat an Bedeutung gewonnen (2000: 8 % der erzeugten Energie). 1974 wurde in Atucha am Paraná das erste Kernkraftwerk in einem lateinamerikanischen Staat in Betrieb genommen, 1983 ging das zweite in Río Tercero ans Netz; ein weiteres sowie eine Schwerwasser- und eine Wiederaufbereitungsanlage sollen fertig gestellt werden.
 
 
Industriezentren sind neben Buenos Aires und der angrenzenden Provinz Buenos Aires (1993: 39 % der Industrieunternehmen) die Provinzen Santa Fe, Córdoba und Mendoza (zusammen weitere 25 %). Im industriellen Sektor hat eine qualitative Umschichtung von der Leicht- und Konsumgüterindustrie (v. a. Nahrungs- und Genussmittel) zur chemischen und Erdöl-, Eisen- und Stahl-, Elektroindustrie sowie zum Maschinen- und Fahrzeugbau stattgefunden. Bis Ende der 1960er-Jahre hatte das produzierende Gewerbe v. a. die Aufgabe, den Binnenmarkt zu versorgen und die Importabhängigkeit zu vermindern (importsubstituierende Industrialisierung durch Kreditsubventionen sowie Zölle und Mengenkontingente für Importgüter). Die Liberalisierung und Weltmarktöffnung der Wirtschaft führte zunächst zu einer Belebung industrieller Aktivitäten, wobei die Produkte zunehmend mehr innerhalb des Mercosur einen Absatz fanden. Längerfristig hat die Dollarbindung des argentinischen Peso die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie aber geschwächt. Wirtschafts- und Schuldenkrise spiegeln sich in einem Rückgang des Beitrages der Industrie zum BIP wider. Dieser lag 1976 noch bei 33 % und verminderte sich bis 2000auf nur noch 28 % (Erwerbstätige rund 30 %).
 
 
Der Dienstleistungssektor ist durch die Ausweitungen v. a. in den Bereichen Banken, Versicherungen, Zwischenhandel und öffentlicher Sektor mit einem BIP-Anteil von (2000) 68 % (Erwerbstätigerund 60 %) aufgebläht. Der Fremdenverkehr (v. a. Badeort Mar del Plata, Iguaçu-Wasserfälle, Skigebiet von Bariloche) gewinnt weiter an Bedeutung.
 
 
Die Handelsbilanz Argentiniens war zwischen 1965 und 1990 mit wenigen Ausnahmen aktiv. Aufgrund von Liberalisierungsmaßnahmen der Regierung Menem (Abschaffung beziehungsweise Senkung von Zöllen) stiegen v. a. die Einfuhren stark an. Seit 1991 ist die Bilanz überwiegend negativ. Haupteinfuhrgüter waren 1999 Maschinen uund Apparate (32 %), chemische Produkte (21 %) sowie Kfz und Transportausrüstungen (15 %). Exportiert werden v. a. pflanzliche Produkte (17 %), Nahrungsmittel, Getränke und Tabak (14 %), Brennstoffe (14 %), chemische Produkte (9 %), Kfz und Transportausrüstungen (8 %). Der Anteil landwirtschaftlicher Produkte kann je nach Ernteerträgen und Weltmarktpreisen stark schwanken. Die Gründung des Mercosur unter Beteiligung von Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay hat den Handel zwischen diesen Ländern, v. a. mit Brasilien, stark stimuliert. Ziel ist ein gemeinsamer Wirtschaftsraum mit einheitlicher Außenzoll. Bis 1995 ist der Mercosur zur Freihandelszone und (unvollständigen) Zollunion ausgebaut worden, seitdem sind keine weiteren Fortschritte zu verzeichnen und der Handelsaustausch innerhalb des Mercosur ist prozentual rückläufig. Haupthandelspartner Argentiniens waren 2000 Brasilien (25 % des Import-, 26 % des Exportwertes), die USA (19 % beziehungsweise 12 %), Chile (2 % bzw. 10 %) und die VR China (5 % bzw. 3 %).
 
Verkehr:
 
Das Verkehrswesen ist gut entwickelt. Das Eisenbahnnetz, das dichteste und größte Südamerikas (rd. 34 000 km), entstand Ende des 19. Jahrhunderts v. a. zum Transport landwirtschaftlicher Exportprodukte zu den Häfen (besonders nach Buenos Aires). Seit 1992 ist es überwiegend privatisiert worden, verbunden mit Streckenstilllegungen, weitgehender Einstellung des Personenfernverkehrs und drastischer Personalabbau. Über zwei transandine Strecken ist Argentinien mit dem chilenischen Eisenbahnnetz verbunden. 90 % des Personen- und 60 % des Gütertransports entfallen auf den Straßenverkehr. Das Straßennetz ist zwar um Buenos Aires zentriert, doch bestehen auch gute Verbindungen zu den Provinzstädten und zwischen ihnen. Mehrere transandine Passstraßen, z. B. über den Socompapass (3 857 m über dem Meeresspiegel), den San-Francisco-Pass (4 726 m über dem Meeresspiegel) und den Cumbrepass (3 151 m über dem Meeresspiegel), verbinden das argentinische Straßennetz mit Chile. Aufgrund eines ausgedehnten Netzes schiffbarer Flüsse spielt die Binnenschifffahrt eine gewisse Rolle; die 3 443 km lange Wasserstraße Hidrovía Paraguay-Paraná soll auf ganzjährig 10 m Tiefgang ausgebaut werden. Die bedeutendsten der 102 Seehäfen sind Buenos Aires, Rosario und La Plata. Der Paraná ist für Hochseeschiffe bis Rosario, zum Teil auch bis Santa Fe befahrbar. Wegen der großen N-S-Ausdehnung ist der inländische Luftverkehr sehr bedeutsam. Rd. ein Drittel der insgesamt 60 Flughäfen ist an den internationalen Flugverkehr angeschlossen; die wichtigsten sind die Flughäfen von Buenos Aires Ezeiza (internationale Verbindungen) und Aeroparque (nationale Verbindungen sowie in Nachbarländer). Die staatliche Fluggesellschaft Aerolineas Argentinas wurde 1990 teilprivatisiert (mehrheitlich an Iberia).
 
 
1516 entdeckte Juan Díaz de Solís die Mündung des La Plata, in den 30er-Jahren des 16. Jahrhunderts errichteten die Spanier entlang den Flüssen Paraná und Paraguay die ersten dauerhaften Stützpunkte. Einem ersten Vorstoß in den argentinischen Nordwesten durch Fernando Rojas folgte bald die Errichtung erster Städte von Peru und Chile aus. Verwaltungsmäßig wurde das Territorium in die drei zum Vizekönigreich Peru zählenden Gouvernements und Generalkapitanate Tucumán, Paraguay und Río de la Plata mit den Zentren Córdoba, Asunción und Buenos Aires unterteilt. 1776 wurde ein eigenes Vizekönigreich Río de la Plata mit der Hauptstadt Buenos Aires gegründet, als Bollwerk gegen die portugiesische Expansion in der Banda Oriental (heute Uruguay) und in Richtung auf das heutige Bolivien (Zentrum der spanischen Edelmetallproduktion).
 
Nach der napoleonischen Besetzung Spaniens bildete sich am 25. 5. 1810 in Buenos Aires eine Junta, die den Vizekönig absetzte und formal im Namen König Ferdinands VII. regierte. General M. Belgrano vertrieb die Spanier nach mehreren Schlachten (1812/13) aus dem Nordwesten Argentiniens, und General J. de San Martín sicherte die Unabhängigkeit durch die Befreiung Chiles (1817/18) und Perus (1821). Ein Kongress in Tucumán erklärte am 9. 7. 1816 die Unabhängigkeit der »Vereinigten Provinzen des Río de la Plata«.
 
Der Versuch der kreolischen Regierungsjunta, das gesamte Vizekönigreich La Plata unter der Führung von Buenos Aires in einer unabhängigen Republik zusammenzufassen, scheiterte. Bereits während des Unabhängigkeitskampfes war ein Bürgerkrieg zwischen »Unitariern« und »Föderalisten« ausgebrochen. Das Zentrum der liberal gesinnten Unitarier, die den Einheitsstaat anstrebten, war die Stadt Buenos Aires, gegen deren Hegemonie sich die Föderalisten des Landesinneren wehrten. In Buenos Aires wechselten in rascher Folge die Regierungen und Verfassungen; in den Provinzen rissen Caudillos die Gewalt an sich. Paraguay, Uruguay und Bolivien wurden selbstständig. Die 14 übrigen La-Plata-Provinzen bildeten 1825 eine Konföderation unter Führung der Unitarier, die mit B. Rivadavia den Präsidenten stellten und 1826 eine Verfassung verabschiedeten. Seit 1829 regierte J. M. de Rosas, der föderalistische Anführer der großen Viehzüchter und Gauchos in der Provinz Buenos Aires, das Land. Mit diktatorischen Mitteln beseitigte er die Machthaber in den Provinzen und schuf die Grundlage des geeinten Argentinien. Nach Rosas' Sturz (1852) beschloss ein Kongress die föderalistische Verfassung von 1853. Die Provinz Buenos Aires trennte sich aber von der Konföderation, erst 1880 entstand der heutige Einheitsstaat Argentinien. 1865-70 führte Argentinien an der Seite Brasiliens und Uruguays den verlustreichen Krieg gegen C. A. López, den Diktator von Paraguay.
 
Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung nach der Unabhängigkeit waren Landwirtschaft und Handel. 1880 begann eine Phase wirtschaftlicher Hochkonjunktur (bis 1913) mit einschneidenden Veränderungen in der Wirtschafts- und Sozialstruktur, die durch die schon 1855 einsetzenden Masseneinwanderungen aus Europa (v. a. aus Italien und Spanien) vorbereitet worden waren. Die Viehzucht verlor gegenüber dem von den Einwanderern vornehmlich betriebenen Getreideanbau an Bedeutung. Der Süden des Landes (Patagonien) wurde nach Feldzügen gegen die Indianer kolonisiert, die Infrastruktur des Hinterlandes von Buenos Aires ausgebaut, neue Agrarzonen erschlossen. Argentinien wurde zum führenden Exporteur von Rindfleisch und Getreide v. a. nach Europa. Der Kapitalzufluss besonders aus Großbritannien ermöglichte Wachstum, britische Unternehmen übernahmen die Kontrolle des Eisenbahnnetzes, eines Großteils der Banken und Handelsunternehmen. Die hohen Exporteinnahmen führten zu einer Ausweitung, aber nicht zur Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion. Durch die wirtschaftliche Entwicklung erstarkte die städtische Mittelschicht; sie verlangte nach politischer Beteiligung und kämpfte gegen die Wahlmanipulationen. Als wichtigste neue politische Partei formierte sich um 1890 die Unión Cívica Radical (UCR) unter L. N. Alem. Nach der Wahlrechtsreform (1912) unter dem konservativen Präsidenten R. Sáenz Peña (1910-14) gelang der UCR bei den Wahlen von 1916 der politische Durchbruch; mit dem Sieg ihres Präsidentschaftskandidaten, H. Yrigoyen, kam zum ersten Mal der Mittelstand zu politischem Einfluss. Außenpolitisch folgte Präsident Yrigoyen (1916-22) einer strikten Neutralitätslinie, innenpolitisch versuchte er gegen Großgrundbesitzer, Handel und ausländische Unternehmen eine nationalkapitalistische Entwicklung mit sozialen Reformen durchzusetzen. 1922 folgte ihm Marcelo de Alvear, auch Mitglied der UCR, im Amt nach. 1928 wurde Yrigoyen erneut zum Präsidenten gewählt. Nach einer Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs in den 20er-Jahren leitete die Weltwirtschaftskrise zu einer Zeit politischer und sozialer Spannungen in Argentinien über. Konservative Kräfte und oppositionelle Gruppen innerhalb der UCR verbanden sich mit unzufriedenen Offizieren unter Führung von General José Uriburu gegen den autoritären Führungsstil Yrigoyens und stürzten ihn (1930).
 
Das Militär bildete in den folgenden Jahrzehnten einen entscheidenden Faktor der argentinischen Innenpolitik, annullierte soziale Reformen und verfolgte eine Politik der Öffnung v. a. für US-amerikanisches Kapital. Mit Rückendeckung der Streitkräfte gelangten Generale und konservative Politiker ins Präsidentenamt: José Uriburu (1930-32), Agustín Justo (1932-38), Roberto Ortiz (1938-42) und Ramón Castillo (1942-43). Die innenpolitischen Spannungen verringerten sich jedoch nicht und verschärften sich während des Zweiten Weltkriegs. 1943 übernahm nach einem Putsch das Militär mit den Präsidenten Arturo Rawson (1943) und Pedro Ramírez (1943-44) selbst die Macht. Unter dem Druck der Alliierten erklärte Argentinien, das sich im Zweiten Weltkrieg lange Zeit neutral verhalten hatte, am 27. 3. 1945 Deutschland und Japan den Krieg.
 
Unter der Präsidentschaft Edelmiro Farrells (1944-46) gelang es Oberst J. D. Perón als Arbeitsminister, durch eine arbeiterfreundliche Sozialpolitik die ärmsten Schichten der Bevölkerung, die »Descamisados« (die Hemdlosen), zu gewinnen. An der Spitze eines eigens für seine Kandidatur geschaffenen Parteienbündnisses siegte er bei den Präsidentschaftswahlen von 1946. Er schaltete die Opposition aus und setzte eine Verfassungsänderung durch, die die Befugnisse des Staatspräsidenten erweiterte und seine Wiederwahl ermöglichte. Seine Wirtschaftspolitik war nationalistisch, große Industrieunternehmen und die Eisenbahn wurden verstaatlicht, die einheimischen Mittel- und Kleinbetriebe gestärkt, die Auslandsschulden beglichen, die Besitzverhältnisse im Agrarsektor blieben allerdings bestehen. Unter dem Einfluss seiner Frau, Eva Duarte, wurde die Lage der Arbeiterschaft durch modernes Arbeitsrecht, Sozialversicherung, Wohnungsbau, Lohnsteigerungen u. a. verbessert und das Frauenwahlrecht eingeführt. Der zunehmend diktatorische Kurs sowie die Kirchenpolitik Peróns (Trennung von Staat und Kirche, Juni 1955) verschärften aber die innenpolitischen Spannungen. Nach Putschversuchen von Militäreinheiten (September 1951 und Juni 1955) wurde Perón im September 1955 durch einen von katholischen und liberalen Kräften gestützten Putsch gestürzt. Er ging ins Exil, von wo er seine Bewegung, den Peronismus, steuerte und einen starken innenpolitischen Einfluss auf sein Land behielt, v. a. durch die peronistischen Gewerkschaften.
 
Nach den Präsidentschaften der Generäle Eduardo Lonardi (1955) und Pedro Aramburu (1955-58) bemühten sich die gewählten Präsidenten A. Frondizi (1958-62; »Partido Intransigente«, PI, eine Abspaltung der UCR) und A. Illía (1963-66; UCR) um die Sanierung von Wirtschaft und Staatsfinanzen. Ihr Streben nach Ausgleich mit den Anhängern Peróns, den Peronisten, wurde aber von der streng antiperonistischen Armeeführung missbilligt und führte 1966 zum Sturz Illías und zur Beseitigung des demokratischen Regierungssystems durch General J. C. Onganía. Im Kampf gegen Peronismus und den wachsenden Terrorismus sozialrevolutionärer Untergrundorganisationen suchten die von der Armee gestützten Präsidenten (Onganía, 1966-70; Roberto Levingston, 1970-71; Alejandro Lanusse, 1971-73) mit polizeistaatlichen Mitteln die bestehende Ordnung im Lande aufrechtzuerhalten und die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. 1953-73 wurden peronistische Reformen zum Teil wieder abgebaut, zum Teil auch ein extremer Wirtschaftsliberalismus verfolgt, der mit dazu beitrug, dass der dynamische Kernbereich des industriellen Sektors in ausländischem Besitz überging.
 
Unter dem Druck der peronistischen Bewegung (zahlreiche Streiks und Demonstrationen) gestattete Lanusse 1973 die Rückkehr Peróns. Zum Präsidenten gewählt, gelang es ihm aber nicht, einen Ausgleich zwischen den auseinander strebenden sozialen Gruppen herbeizuführen. Nach seinem Tod 1974 übernahm Vizepräsidentin Isabel Perón, seine dritte Frau, die Präsidentschaft und suchte durch Ausrufung des Ausnahmezustands den Terrorismus einzudämmen. Im Zuge eines Militärputsches unter Führung von General J. R. Videla wurde sie abgesetzt. Gestützt auf eine Militärjunta löste Präsident Videla (1976-81; Nachfolger: Roberto Viola, 1981) das Parlament auf, verbot jede parteipolitische Tätigkeit und schränkte die Pressefreiheit ein. Seine Regierung bekämpfte den Terrorismus im Lande, allerdings vielfach unter schwerer Verletzung der Menschenrechte; eine große Zahl von Menschen, die des Terrorismus beschuldigt wurden, verschwand spurlos (Protestaktionen von Angehörigen, v. a. der »Mütter der Plaza del Mayo«); viele von ihnen wurden später in Massengräbern gefunden. Die Militärs verfolgten eine neoliberale Wirtschaftspolitik: verstärkte Integration Argentiniens in den Weltmarkt, Zollabbau, uneingeschränkter Wettbewerb und staatliche Sparpolitik v. a. im sozialen Bereich. Die Folgen waren hohe Einkommens- und Vermögenskonzentration, Kaufkraftverfall (1975-80 sanken die Reallöhne um ein Drittel), Konkurswelle v. a. bei Klein- und Mittelbetrieben, hohe Auslandsschulden und Inflation. Außenpolitisch kam es 1977/78 im Streit um einige Inseln im Beaglekanal zu erhöhten Spannungen zwischen Argentinien und Chile. Mit der militärischen Besetzung der Falklandinseln und der Insel Südgeorgien (April 1982) suchte Argentinien unter Präsident L. F. Galtieri (1981-82) historische Ansprüche gewaltsam durchzusetzen und geriet damit in einen Konflikt mit Großbritannien, der zum Falklandkrieg führte. Nach schweren Kämpfen mussten die argentinischen Truppen Mitte Juni 1982 kapitulieren. Diese Niederlage leitete das Ende der Militärdiktatur ein (1983).
 
Bei den Wahlen im Oktober 1983 siegte der Kandidat der UCR, R. Alfonsín. Als Präsident (1983-89) war er bestrebt, den Widerstreit zwischen Peronismus und Militärherrschaft, der seit dem Zweiten Weltkrieg die argentinische Innenpolitik belastete, auf demokratischem Wege aufzulösen. Unter dem Druck einer Wirtschaftskrise und hoher Auslandsschulden bemühte er sich um Sparsamkeit und Ausgleich der Zahlungsbilanz, hatte aber wenig Erfolg (siehe Abschnitt Wirtschaft). Im Dezember 1985 verurteilte ein Militärgericht zahlreiche Militärs wegen Menschenrechtsverletzungen zu Gefängnisstrafen (u. a. den früheren Präsidenten Videla zu lebenslänglicher Haft). Nach Putschversuchen (1987 und 1988) und dem Verlust der absoluten Mehrheit der UCR im Parlament (1987) ging aus den Präsidentschaftswahlen 1989 der Kandidat des peronistischen Partido Justicialista, M. C. S. Menem, als Sieger hervor; er übernahm noch vor Ablauf der Amtszeit Alfonsíns im Juli 1989 die Präsidentschaft und erreichte, unterstützt von seinem Wirtschaftsminister D. Cavallo, bereits 1991/92 erste Erfolge einer Stabilisierungspolitik (Währungsreform: Einführung des Peso, der den vorangegangenen Austral 1 : 10 000 ersetzte). Seit 1993 stieg das Bruttoinlandsprodukt, die Inflationsrate ging zurück, auch Folge einer konsequenten Privatisierungspolitik, die allerdings die Arbeitslosigkeit steigen ließ. Eine Verfassungsreform ermöglichte Menem die Kandidatur für eine zweite Amtszeit, für die er im Mai 1995 bereits im ersten Wahlgang die notwendige Mehrheit erhielt. Diese zweite Amtszeit war gekennzeichnet zunächst von der großen lateinamerikanischen Wirtschaftskrise der Jahre 1995/96, deren Überwindung trotz Rücktritt des erfolgreichen Ministers Cavallo neues Wachstum, aber auch verschärfte soziale Widersprüche und die Verdoppelung der Staatsschulden brachte. Die innenpolitischen Auseinandersetzungen um die Menschenrechtsverletzungen unter der Militärdiktatur lebten wieder auf (u. a. erneute Verhaftung des 1990 amnestierten Generals Videla wegen Kindesentführung 1998), auch wuchs die Kritik am autokratischen Regierungsstil Menems. Die Präsidentschaftswahlen 1999 gewann der Kandidat der UCR, F. De la Rúa. Seine vordringlichste Aufgabe, der Abbau der Staatsschuld, wurde durch erneute Finanzkrisen jeweils Ende 2000 und 2001 sowie eine seit 1999 andauernde Rezession erschwert. Kredite des IWF und ein im Sommer 2001 von De la Rúa angekündigtes Umschuldungs- und Sparprogramm konnten die Wirtschafts- und Finanzkrise nicht beenden, die sich Ende 2001 zu einer Staatskrise ausweitete. Nach Demonstrationen und Protesten der Bevölkerung gegen die Regierung sowie schweren Unruhen (v. a. in Buenos Aires) trat am 20. 12. 2001 Staatspräsident De la Rúa zurück. Am 30. 12. 2001 wählte (nach mehreren Übergangspräsidenten) schließlich der Kongress, in dem seit den Parlamentswahlen vom Oktober 2001 die Peronisten über eine Mehrheit in beiden Kammern verfügen, E. Duhalde von der PJ für die verbleibende Legislaturperiode bis Dezember 2003 zum neuen Staatspräsidenten. Zur Überwindung der Finanzkrise kündigte Duhalde eine Abkehr von der freien Marktwirtschaft an; gleichzeitig wurde vom Kongress ein Notstandsgesetz verabschiedet, das der Regierung weit reichende Befugnisse zur Neuordnung der Staatsfinanzen erteilt, sowie ein Programm zur Wiederbelebung der Wirtschaft verkündet.
 
1995 trat Argentinien dem Kernwaffensperrvertrag bei. Der letzte Grenzkonflikt mit Chile wurde 1998 beigelegt.
 
 
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Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Lateinamerika (1820 bis 1860): Ein Kontinent ordnet sich neu
 
Lateinamerika: Zwischen Reform und Diktatur
 
Lateinamerika: Oligarchien und Militärdiktaturen ab 1929
 

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Ar|gen|ti|ni|en; -s: Staat in Südamerika.

Universal-Lexikon. 2012.

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